Offener Brief an Bundeskanzler Friedrich Merz
Netzfund | Facebook | Politik und aktuelles Tagesgeschehen | Urheber Text © Reinhard Klohn
Sehr geehrter
Herr Bundeskanzler Merz,
ich habe Ihre
heutige Rede beim BGA-Unternehmertag in Berlin aufmerksam verfolgt.
Und je länger
ich darüber nachdenke, desto mehr frage ich mich, ob wir tatsächlich über einen
neuen politischen Kurs sprechen – oder lediglich über eine neue Verpackung für
längst bekannte politische Vorstellungen.
Sie sprechen
von Reformen, von Wachstum, von Entlastung, von Kapitalmarkt, von Rente, von
Bürokratieabbau und von einer leistungsfähigeren Infrastruktur.
Alles wichtige
Themen.
Aber bei fast
jedem dieser Themen stellt sich dieselbe Frage:
Wer trägt am
Ende die Kosten und wer trägt das Risiko?
Und genau
darüber möchte ich mit Ihnen sprechen.
„Wir müssen handeln“
Heute haben
Sie angesichts der hohen Kraftstoffpreise gesagt: „Wir müssen handeln.“ Das
klingt vernünftig.
Wenn Bürger
und Unternehmen unter stark gestiegenen Energie- und Mobilitätskosten leiden,
muss Politik reagieren.
Nur frage ich
mich: Wann genau müssen Sie eigentlich handeln?
Wenn die
Belastung bereits eingetreten ist?
Wenn
Unternehmen bereits ihre Kalkulationen ändern mussten?
Wenn Familien
nicht mehr wissen, wie sie ihre monatlichen Kosten bewältigen sollen?
Oder erst
dann, wenn das Problem politisch nicht mehr zu übersehen ist?
Denn bei
anderen Themen klingt es ganz anders.
Dann heißt es:
Der
Strukturwandel sei unvermeidbar. Die Demografie zwinge uns.
Die Bürger
müssten sich anpassen. Wir müssten länger arbeiten.
Wir müssten
stärker privat vorsorgen. Wir müssten wettbewerbsfähiger werden.
Wir müssten
uns verändern.
Jetzt, wo der
Spritpreis schmerzhaft wird, heißt es plötzlich:
Wir müssen
handeln.
Das wirft eine
grundsätzliche Frage auf:
Was davon ist
eigentlich noch unvermeidbarer Sachzwang – und was davon ist politische
Gestaltung?
Ihr neues Narrativ: „Wohlstand für alle Generationen“
Sie sprechen
von einem neuen gesellschaftlichen Narrativ und von „Wohlstand für alle
Generationen“.
Das klingt
zweifellos besser als „Wohlstand für einige“.
Aber was ist
daran tatsächlich neu?
Ludwig Erhards
„Wohlstand für Alle“ enthielt bereits den Anspruch, breiten
Bevölkerungsschichten Wohlstand zu ermöglichen.
Sie ergänzen
nun „für alle Generationen“.
Zwei
zusätzliche Wörter.
Aber:
Wo ist die
neue Politik dahinter?
Ein neues
Etikett macht noch keine neue Politik.
Wenn Sie
dieses Versprechen ernst meinen, müssen wir uns anschauen, was wir den
kommenden Generationen tatsächlich hinterlassen.
Eine
funktionierende Infrastruktur? Bezahlbaren Wohnraum?
Ein
leistungsfähiges Bildungswesen? Eine funktionierende Verwaltung?
Eine sichere
Energieversorgung? Eine wettbewerbsfähige Wirtschaft?
Oder auch eine
öffentliche Verschuldung von inzwischen rund 2,84 Billionen Euro?
Ende 2025 lag die deutsche Staatsschuldenquote bei 63,5 Prozent.
Natürlich ist
nicht jede Verschuldung schlecht.
Investitionen
können sinnvoll sein.
Krisen können
außergewöhnliche Maßnahmen erfordern.
Aber
Generationengerechtigkeit bedeutet mehr als ein wohlklingendes Narrativ.
Die nächste
Generation erbt nicht nur Vermögen. Sie erbt auch Verpflichtungen.
Deshalb hätte
ich gerne eine konkretere Antwort:
Was genau soll
die nächste Generation von uns erben – außer Rechnungen und Reformversprechen?
Die Rente: Was ist daran eigentlich neu?
Ein weiterer
Schwerpunkt Ihrer heutigen und bisherigen Reformüberlegungen ist die stärkere
kapitalgedeckte Altersvorsorge.
Sie sprechen
von den drei Säulen der Alterssicherung.
Hier lohnt
sich ein Blick auf die Fakten.
Die private
Altersvorsorge als sogenannte dritte Säule ist keine neue Erfindung
Ihrer Regierung. Die Deutsche Rentenversicherung beschreibt das
Drei-Säulen-Modell ausdrücklich als gesetzliche, betriebliche und private
Altersvorsorge. Auch das Bundesfinanzministerium bezeichnet die private
Altersvorsorge als dritte Säule.
Was also ist
tatsächlich neu?
Und vor allem:
Was ist
diesmal anders?
Denn die
Probleme der privaten Vorsorge sind längst bekannt.
Kosten.
Komplexität. Geringe Attraktivität bestimmter Produkte.
Und vor allem
die Frage, ob Menschen mit niedrigen Einkommen überhaupt genügend Geld haben,
um zusätzlich Kapital aufzubauen.
Selbst die
aktuelle Alterssicherungskommission beschäftigt sich genau mit diesen
Problemen.
Deshalb reicht
es nicht, den Bürgern zu sagen:
„Ihr müsst
zusätzlich vorsorgen.“
Die
entscheidende Frage lautet:
Wovon?
Wer am
Monatsende kaum Geld übrig hat, kann nicht einfach beschließen, künftig
zusätzlich Kapital anzulegen.
Eigenverantwortung
setzt voraus, dass man überhaupt etwas hat, für das man Verantwortung
übernehmen kann.
Kapitalmarkt ist nicht dasselbe wie Sicherheit
Und damit sind
wir bei einem Punkt Ihrer Argumentation, den ich besonders kritisch sehe. Sie
sprechen über Kapitalmarkt und Altersvorsorge im Zusammenhang mit Sicherheit.
Aber:
Renditechance
und Sicherheit sind zwei verschiedene Dinge.
Das hat uns
die Realität gerade erst wieder vor Augen geführt.
Bei zwölf
gesetzlichen Krankenkassen geht es um rund 1,1 Milliarden Euro an
leistungsgestörten Geldanlagen; der mögliche Schaden wird derzeit mit
mindestens etwa 400 Millionen Euro beziffert. Das Bundesamt
für Soziale Sicherung prüft die Vorgänge und die Einhaltung der
Anlagevorschriften.
Natürlich sind
die Anlagen der Krankenkassen nicht mit einer privaten Altersvorsorge
gleichzusetzen.
Aber sie
zeigen etwas Grundsätzliches:
Auch zulässige
Kapitalanlagen können erhebliche Verluste verursachen.
Deshalb meine
Frage: Wo genau liegt die Sicherheit, von der Sie sprechen?
Wer trägt das
Risiko?
Der Staat? Der
Steuerzahler? Der Beitragszahler? Der Arbeitnehmer? Der Rentner?
Oder am Ende
derjenige, der ohnehin schon jeden Monat rechnen muss?
Wenn Sie die
Bürger stärker an Kapitalmärkten beteiligen wollen, dann erklären Sie ihnen
bitte nicht nur die möglichen Renditen.
Erklären Sie
ihnen auch die Risiken.
Und vor allem:
Wer trägt den
Verlust, wenn die Rendite ausbleibt? Das wäre ehrliche Politik.
Steuerentlastung: Für wen?
Auch bei der
Steuerpolitik setzen Sie auf Entlastungen der Unternehmen und wollen die
Körperschaftsteuer schrittweise von 15 auf 10 Prozent senken.
Das kann man
politisch vertreten.
Aber dann muss
man eine ganz einfache Frage stellen:
Wer profitiert
davon – und wer finanziert es?
Sie
argumentieren mit Investitionen, Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit.
Gut.
Aber
Steuerentlastungen sind kein Selbstzweck.
Ein
Unternehmen investiert nicht allein deshalb, weil der Staat Steuern senkt.
Es investiert,
wenn es Absatzmärkte sieht.
Wenn Energie
bezahlbar ist. Wenn Infrastruktur funktioniert.
Wenn
Genehmigungen funktionieren. Wenn Fachkräfte verfügbar sind.
Wenn
politische Rahmenbedingungen verlässlich sind.
Und wenn der
Staat nicht gleichzeitig immer neue Belastungen und Vorschriften produziert.
Deshalb wäre
es interessant, nicht nur über Steuersätze zu reden, sondern über das gesamte
Umfeld, in dem Unternehmen tatsächlich arbeiten müssen.
Bürokratieabbau – endlich?
Sie sprechen
heute erneut von Entbürokratisierung und davon, Berichtspflichten und andere
bürokratische Belastungen abbauen zu wollen.
Grundsätzlich:
Ja.
Aber dann
stellt sich eine unangenehme Frage:
Warum erst
jetzt?
Warum wurde
jahrzehntelang immer wieder neue Bürokratie aufgebaut, um anschließend
festzustellen, dass genau diese Bürokratie Unternehmen, Bürger und Verwaltung
lähmt?
Warum braucht
es erst eine politische Reforminitiative, um festzustellen, dass ein Staat
nicht leistungsfähiger wird, indem er immer neue Nachweise, Formulare,
Dokumentationen und Genehmigungsschritte verlangt?
Sie sprechen
von einem Staat, der wieder liefern soll.
Dann sollte er
auch liefern. Nicht irgendwann.
Sondern dann,
wenn die Entscheidung getroffen wurde.
Und noch etwas, Herr Merz!
Sie sprechen
heute über die marode Infrastruktur.
Sie verweisen
auf die Rahmetalbrücke an der A45 und darauf, dass Abriss und Neubau
einschließlich Wiedereröffnung innerhalb von drei Jahren möglich waren.
Das ist
zweifellos ein bemerkenswertes Beispiel dafür, was möglich ist, wenn Verfahren
beschleunigt und politische Prioritäten gesetzt werden.
Aber gerade
deshalb stellt sich doch die Frage:
Warum war das
nicht schon vorher möglich?
Warum muss
eine Brücke erst zum Symbol für Deutschlands Infrastrukturprobleme werden,
bevor plötzlich bewiesen wird, dass es auch schneller geht?
Warum muss
Infrastruktur erst marode werden? Warum müssen Straßen erst Schlaglochpisten
sein? Warum müssen Unternehmen erst jahrelang auf Genehmigungen warten? Warum
muss Wohnraum erst knapp werden?
Warum muss
wirtschaftlicher Schaden entstehen, bevor der Staat seine eigenen Verfahren
überprüft?
Sie sagen:
Wir müssen
schneller werden.
Ich sage:
Wir hätten
längst schneller sein müssen.
Und genau
daran muss sich Politik messen lassen.
Nicht daran,
wie überzeugend sie erklärt, was sie künftig tun will.
Sondern daran,
wie schnell aus einem politischen Beschluss tatsächliche Leistung wird.
Fachkräftemangel ist keine Universalentschuldigung
Natürlich
braucht Deutschland qualifizierte Fachkräfte.
Ingenieure.
Architekten. Statiker. Elektriker. Installateure. Handwerker.
Fachplaner.
Das steht
außer Frage.
Aber nicht
jeder Handgriff auf einer Baustelle erfordert einen hochqualifizierten
Spezialisten.
Nicht jeder
Transport von Baumaterial. Nicht jeder einfache Arbeitsschritt.
Nicht jede
Hilfstätigkeit.
Deshalb muss
man neben dem Fachkräftemangel auch über etwas anderes sprechen: Wie
effizient setzen wir die vorhandenen Arbeitskräfte ein?
Wie lange
dauern Planung? Wie lange dauern Ausschreibung?
Wie lange
dauern Genehmigung? Wie lange dauern Vergabe und Beschaffung?
Wie lange
dauert anschließend die tatsächliche Umsetzung?
Und wer trägt
die Kosten der Verzögerung?
Geld allein
baut keine Straße. Geld allein schafft keine Wohnung.
Geld allein
macht keinen Staat leistungsfähig.
Ein
leistungsfähiger Staat muss aus Geld, Personal und politischen Entscheidungen
auch tatsächlich Leistung erzeugen.
Digitalisierung ist kein Selbstzweck
Auch die
Digitalisierung darf nicht zum Selbstzweck werden.
Ja,
Deutschland muss digitaler werden.
Aber
Digitalisierung bedeutet nicht, dass alles mit allem verbunden werden muss.
Nicht jedes
System muss alles wissen.
Nicht jedes
Gerät muss mit dem Internet verbunden sein.
Nicht jeder
Rechner muss mit jedem anderen Rechner kommunizieren können.
Gerade bei
kritischen Infrastrukturen können getrennte Systeme, Segmentierung, sichere
Backups und gegebenenfalls vollständig vom Internet getrennte Bereiche sinnvoll
sein.
Denn manchmal
gilt:
Weniger
Vernetzung bedeutet mehr Sicherheit.
Digitalisierung
darf deshalb nicht mit maximaler Vernetzung verwechselt werden.
Mehr
Schnittstellen bedeuten nicht automatisch mehr Fortschritt.
Sie können
auch mehr Angriffsflächen bedeuten.
Und dann wäre da noch das politische „Wir“
Vielleicht ist
das der Punkt, der mich an Ihrer politischen Sprache am meisten stört.
Sie sagen:
Wir müssen
handeln. Wir müssen reformieren. Wir müssen sparen. Wir müssen vorsorgen. Wir
müssen länger arbeiten. Wir müssen digitalisieren. Wir müssen
wettbewerbsfähiger werden.
Aber:
Wer ist dieses
„Wir“?
Der Bürger hat
die Entscheidungen nicht einzeln getroffen.
Regierungen
treffen Entscheidungen. Parteien formulieren Programme. Parlamente beschließen
Gesetze. Ministerien entwickeln Verordnungen.
Behörden
setzen sie um.
Und
anschließend heißt es: „Wir müssen.“ Nein!
Vielleicht
sollten wir sprachlich etwas ehrlicher werden.
Sie
entscheiden. Der Bürger trägt die Folgen.
Das ist ein
erheblicher Unterschied. Ich bin Teil des Souveräns.
Aber ich bin
nicht automatisch verantwortlich für jede politische Entscheidung, die in
meinem Namen getroffen wird.
Vielleicht verstehen die Menschen Ihre Politik sehr wohl
Nach der
schweren Wahlniederlage der CDU in Sachsen-Anhalt erklärten Sie, das Ergebnis
müsse Konsequenzen haben.
Gleichzeitig
erklärten Sie, Ihre grundsätzliche politische Überzeugung und Ihr Reformkurs
seien weiterhin richtig. Als Konsequenz wurde vor allem eine bessere
Kommunikation und eine stärkere emotionale Ansprache genannt.
Aber
vielleicht liegt genau hier der Denkfehler.
Vielleicht
verstehen die Menschen Ihre Politik.
Vielleicht
verstehen sie sie sogar sehr gut. Und vielleicht lehnen sie sie trotzdem ab.
Das wäre kein
Kommunikationsproblem. Das wäre Demokratie.
Wenn ein
Bürger Ihre Politik versteht und anschließend sagt:
„Nein, das
möchte ich nicht.“, dann hat er nicht zwingend ein Verständnisproblem.
Vielleicht hat
er einfach eine andere politische Meinung.
Und „nicht
folgen wollen“ ist kein demokratischer Fehler. Es ist eine legitime
Entscheidung des Souveräns.
Die Aufgabe
einer Regierung besteht deshalb nicht darin, die Bürger so lange von ihrer
Politik zu überzeugen, bis sie ihr zustimmen.
Die Aufgabe
besteht darin, Politik zu machen, die sich demokratischer Zustimmung stellen
kann.
Und damit sind wir wieder beim Wohlstand
„Wohlstand für
alle Generationen.“
Dann zeigen
Sie uns diesen Wohlstand.
Zeigen Sie uns
die Infrastruktur. Zeigen Sie uns bezahlbaren Wohnraum.
Zeigen Sie uns
funktionierende Schulen. Zeigen Sie uns eine leistungsfähige Verwaltung. Zeigen
Sie uns eine sichere Energieversorgung. Zeigen Sie uns eine wettbewerbsfähige
Wirtschaft. Zeigen Sie uns eine Rente, die nicht immer stärker davon abhängt,
dass jeder Einzelne zusätzlich privat vorsorgt.
Und erklären
Sie demjenigen, der heute schon kaum über die Runden kommt, wie er zusätzlich
Kapital bilden soll.
Denn
irgendwann muss man über mehr sprechen als über Reformbegriffe.
Man muss über
Verteilung sprechen.
Wer bekommt
etwas? Wer bezahlt? Wer trägt das Risiko?
Wer haftet?
Und vor allem:
Wer übernimmt
die Verantwortung, wenn die Rechnung nicht aufgeht?
Eine bemerkenswerte Ironie dieses Tages
Und dann
schaue ich heute Abend ins Fernsehprogramm.
Auf ARTE
läuft:
„Tax me (if
you can!) – Die Steuertricks der Superreichen“.
Natürlich ist
das Zufall.
Aber manchmal
hat das Fernsehprogramm einen bemerkenswerten Sinn für politische Dramaturgie.
Denn wenn am
selben Tag über Steuerreformen, Unternehmensentlastungen, Kapitalmarkt und
private Vermögensbildung gesprochen wird, darf man durchaus auch über die Frage
sprechen:
Wer trägt
eigentlich welchen Anteil an der Finanzierung dieses Staates?
Das ist keine
Neiddebatte.
Das ist eine
Frage der politischen Gerechtigkeit.
Herr
Bundeskanzler,
Sie sprechen
sehr viel über Zukunft.
Dann lassen
Sie sich bitte an der Zukunft messen.
Nicht an
Narrativen.
Nicht an neuen
Etiketten.
Nicht an
besserer Kommunikation.
Nicht daran,
wie emotional eine politische Botschaft vorgetragen wird.
Sondern daran,
ob aus Worten tatsächlich Veränderungen entstehen.
Denn ein Staat
ist nicht deshalb leistungsfähig, weil seine Regierung überzeugend darüber
sprechen kann, was sie alles vorhat.
Ein Staat ist
leistungsfähig, wenn er Probleme rechtzeitig erkennt, Entscheidungen trifft und
sie anschließend auch umsetzt.
Und eine
Regierung ist nicht deshalb selbstkritisch, weil sie nach einer Wahlniederlage
ihre Kommunikation überprüfen will.
Selbstkritik
beginnt dort, wo man auch die Möglichkeit zulässt, dass nicht nur die
Kommunikation, sondern die eigene Politik falsch gewesen sein könnte.
Vielleicht
müssen Sie den Bürgern Ihre Politik also nicht besser erklären.
Vielleicht
sollten Sie ihnen einfach einmal besser zuhören.
Denn
vielleicht haben sie Ihre Politik längst verstanden.
Vielleicht
wollen sie ihr nur nicht folgen.
Und vielleicht
ist genau das die Botschaft, die eine Demokratie einer Regierung geben kann.
Nicht: „Erklärt
es uns besser.“
Sondern: „Ändert
etwas.“
Und vielleicht
wäre das tatsächlich ein neues Narrativ:
Nicht
Wohlstand für alle Generationen als Versprechen.
Sondern
Verantwortung für alle Generationen als Verpflichtung.
Denn Wohlstand
kann man versprechen.
Verantwortung
muss man übernehmen.
Und Vertrauen
bekommt man nicht durch eine Pressekonferenz.
Man bekommt es
durch Handeln.
Rechtzeitig.
Nicht erst
dann, wenn die Rechnung längst beim Bürger liegt.
Kennen Sie den
Unterschied zwischen einem Politiker und einer Kartoffel?
Nein? Ich
auch nicht.
Denn bei
beiden gehen die Augen erst dann auf, wenn sie im Dreck stecken.
Wenn man nicht
mehr durchblickt:



















