
"Ich bin 63 Jahre alt und ich habe mein ganzes Leben gearbeitet.
Nicht, um reich zu werden.
Sondern um irgendwann sagen zu können: Jetzt reicht es. Jetzt bin ich auf der sicheren Seite.
So hat man uns das jedenfalls erklärt.
Ich bin nicht der Typ, der viel verlangt.
Ich brauche keinen Luxus, keine großen Reisen, kein besonderes Leben.
Ich wollte nur die Gewissheit, dass das, was kommt, planbar ist.
Dass man sich auf etwas verlassen kann.
Heute bin ich mir da nicht mehr sicher.
Ich bin noch nicht richtig in Rente, aber ich spüre sie schon.
Nicht als Erleichterung, sondern als Unsicherheit.
Man rechnet nicht mehr mit Möglichkeiten, sondern mit Einschränkungen.
Man überlegt zweimal, bevor man etwas plant - und dreimal, bevor man etwas ausgibt.
Freunde von mir sind schon in Rente.
Sie reden nicht viel darüber, aber man merkt es.
Alles wird vorsichtiger.
Nicht aus Geiz, sondern aus Angst, einen Fehler zu machen, den man später nicht mehr ausgleichen kann.
Früher dachte ich, ein langes Arbeitsleben sei eine Art stiller Vertrag.
Man hält sich an die Regeln, zahlt ein, funktioniert - und bekommt am Ende Sicherheit zurück.
Heute fühlt sich dieser Vertrag brüchig an.
Nicht offiziell gekündigt, aber auch nicht mehr verlässlich.
Es gibt kein Netz, auf das man sich wirklich verlassen möchte.
Kein Gefühl von: Es wird schon gehen.
Und das ist es, was mir Sorgen macht.
Nicht der Verzicht.
Nicht das Einfacher-Leben.
Sondern die ständige Unsicherheit.
Rente sollte kein Wunsch nach mehr sein.
Sondern das Recht, ohne Angst alt zu werden.
Es geht nicht um Luxus.
Es geht darum, keine Angst zu haben..."
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