ES REICHT!
Ich lebe von der Allgemeinheit?
Ich, die jeden Monat in die Rentenkasse eingezahlt hat und mit 66 + 3 Monate in Rente gegangen ist?
ich dachte es geht kaum noch niveauloser, aber da habe ich mich wohl geirrt. Mein Fehler.
Es gibt Aussagen, die sind politisch fragwürdig. Und es gibt Aussagen, die entlarven in einem einzigen Satz ein komplettes Weltbild, das an Arroganz und bodenloser Unverschämtheit nicht mehr zu überbieten ist.
Ihr Satz über Rentner gehört eindeutig zur zweiten Kategorie.
Rentner würden also "auf Kosten der Allgemeinheit leben“.
Das muss man sich wirklich einmal in Ruhe auf der Zunge zergehen lassen.
Menschen, die ihr gesamtes Arbeitsleben lang eingezahlt haben. Die dieses System über Jahrzehnte finanziert haben. Die keinerlei Wahl hatten, sich diesem System zu entziehen.
Und genau diesen Menschen wird jetzt von IHNEN, von ganz weit oben erklärt, sie seien eine Belastung?
Nicht etwa von jemandem, der selbst durch dieses System gegangen ist.
Sondern von jemandem, der konsequent daran vorbeigelaufen ist.
KEIN EINZIGER verpflichtender Beitrag in die gesetzliche Rentenversicherung.
Dafür aber eine Karriere, die von Anfang an in Strukturen stattfand, die eines garantieren, Absicherung ohne Vergleich durch die Allgemeinheit!
Abgeordnetenentschädigungen.
Spitzengehälter in der Wirtschaft.
Ein Ministeramt.
Und am Ende eine Versorgung, von der die meisten Menschen nicht einmal ansatzweise träumen können.
Ich habe das mal kurz überschlagen. Ihre Zeit als Bundestagsabgeordnete 1998 bis 2015 = 17 Jahre ergibt als Pensionsanspruch 42,5% der Abgeordnetendiät.
Ministeramt nach 4 Jahren = 27,7% des Ministergehalts.
Diese beiden Ansprüche werden nicht einfach voll addiert.
Es greift eine Höchstgrenze (Versorgungsdeckel):
Maximal etwa 71,75 % der maßgeblichen Bezüge.
Wenn sie 4 Jahre Ministerin bleiben, können SIE realistisch rund 8.500 bis 9.000 € Pension pro Monat erwarten.
Und WER finanziert das?
DIE ALLGEMEINHEIT DER STEUERZAHLER!!!!
Aber das Problem sind die Rentner.
Natürlich.
Man könnte es fast für Satire halten, aber SIE haben es tatsächlich ernst gemeint.
Hier geht es nicht nur um eine unglückliche Formulierung.
Hier geht es um ein politisches Selbstverständnis, das jede Bodenhaftung verloren hat.
Ein Selbstverständnis, in dem
eigene Privilegien unsichtbar gemacht werden, strukturelle Vorteile als selbstverständlich gelten und die Lebensleistung anderer zur Belastung umgedeutet wird.
Das ist kein Ausrutscher.
Das ist ein Blick von oben nach unten.
Und genau darin liegt die eigentliche Grenzüberschreitung.
Nicht, dass Kritik an der Rentenpolitik geäußert wird. Die ist notwendig.
Sondern dass diese Äußerung ausgerechnet von IHNEN kommt.
SIE, die nie selbst Teil dieses Systems waren und gleichzeitig von Konstruktionen profitieren, die VOLLSTÄNDIG von der Allgemeinheit getragen werden.
Das ist nicht nur widersprüchlich.
Das ist bodenlos arrogant und unverschämt!
SIE sind an Überheblichkeit nicht mehr zu toppen und Sie sind die mieseste Wirtschaftsministerin, die dieses Land je ertragen muss.
Zum Schluß gebe ich Ihnen mal eine Info zum Thema Kosten für die Allgemeinheit.
Die Gesamtausgaben für die Pensionen von Ministern und Abgeordneten auf Bundes- und Landesebene stiegen zuletzt auf jährlich über 221 Millionen Euro. Der Bund gab im Jahr 2024 insgesamt rund 3,98 Milliarden Euro für die Pensionen seiner Beamten und Richter aus.
Diese Kosten werden zu 100 % aus Steuergeldern getragen.
WER LEBT ALSO AUF KOSTEN DER ALLGEMEINHEIT????
Und muss ich IHNEN, als Wirtschaftsministerin, der man doch ein gewisses Maß an Intelligenz und Wissen unterstellen können sollte, wirklich einen Vortrag darüber halten, welche Summen über die Jahrzehnte aus der Rentenkasse zweckentfremdet wurden?
Falls ja, melden Sie sich gerne bei mir. Ich verfüge da über ausreichende Recherchen.
Die „versicherungsfremde“ Gesamtsumme“ (240–990 Mrd. € über die Jahrzehnte) variiert stark, je nachdem, was man als "zweckentfremdet“ einrechnet (nur klare Entnahmen oder auch rechtlich erlaubte, aber politisch kritische Leistungen.)
Und schlussendlich können wir gerne über die Doppelbelastung der Beitragszahler reden. Wenn SIE mal in Betracht ziehen würden, dass diese, zur Allgemeinheit gehörende Gruppe, schon sehr lange doppelt zur Kasse gebeten wird. Der Beitragszahler wird faktisch "zweimal“ belastet. Einmal über die Rentenbeiträge aus seinem Lohn und dann ein zweites Mal über Steuern, aus denen der Staat der Rentenversicherung Zuschüsse zahlen muss.
Aus der Sicht der Kritiker, zu denen ich ganz sicher gehöre, ist die "Zweckentfremdung“ bzw. systematische Nutzung der Rentenbeiträge für nicht direkt rentenbezogene, allgemeine Staatsaufgaben über Jahrzehnte der größte Faktor hinter der ganzen Misere der Rentenfinanzierung und auch hinter der "Doppelbelastung“ des Beitragszahlers.
Und das Ganze jetzt auf Rentner abzuwälzen, uns quasi durch die Blume als Schmarotzer hinzustellen ist, wie gesagt, unverschämt, arrogant und faktenverdrehend, dass es nur so kracht.
Katja Hausner
Rodgau
Netzfund Faecebook • Urheber Text © Katja Hausner